Energie-Zukunft Ismaning
Die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung hat für die Gemeinde Ismaning eine zentrale Bedeutung. Es gilt die Versorgung künftiger Generationen unter Berücksichtigung verschiedener Belange sicherzustellen. Wesentlicher Bestandteil ist, den Anteil der fossilen Energieträger im Hinblick auf die Klimafolgen und die Endlichkeit der Energieressourcen zu verringern. Der Anteil an erneuerbaren Energien muss deutlich gesteigert werden. Gleichzeitig sind Energieeinsparungspotentiale zu nutzen.
Die Voraussetzungen in Ismaning sind günstig:
- Seit Beginn der 1990er Jahre hat die Gemeinde Ismaning ein Energiesparförderprogramm und eine professionelle Energieberatung (auch für private Nutzer kostenfrei vor Ort). Das Thema Energieeinsparung bleibt ein Handlungsschwerpunkt.
- Die Gemeinde hat bei Sanierung und Neubau ihrer Objekte vorbildliche und innovative Konzepte verwirklicht.
- Wichtig in den letzten Jahrzehnten war der Aufbau einer eigenen Kommunalversorgung (Gründung der Gemeindewerke, Übernahme der Stromversorgung, Übernahme der Gasversorgung, Nahwärmeversorgung). Damit hat die Gemeinde frühzeitig die Voraussetzungen geschaffen, im wesentlichen über Leitungen zu verfügen und auch Entwicklungen vorzugeben. Ziel ist der Aufbau einer eigenen Energieversorgung.
Das Projekt „Energie-Zukunft Ismaning“ geht auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2006 zurück.
- In einem ersten aufwendigen und arbeitsintensiven Schritt wurde eine Bestandsaufnahme vorgenommen; das Projekt EnEff Wärme – Pilotprojekt Ismaning; Energieleitplanung wurde federführend von der TU München, Lehrstuhl für Bauklimatik und Haustechnik, betreut. Umfänglich wurden ökologische Energie- und Wärmeversorgungsmöglichkeiten geprüft. Das Ergebnis des Bundes-Forschungsprojekts ist der Energie-Nutzungsplan Ismaning.
- Von den Ebert-Ingenieren wurde das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Projekt „EnEff Wärme: Geothermie Ismaning“ untersucht; begleitet von der Firma eta Energieberatung, die Wirtschaftlichkeit der Geothermie dargestellt hat.
- Auf dem Gemeindegebiet liegen nachwachsende Energieressourcen vor, deren Nutzung derzeit genauer geprüft wird.
Erneuerbare Energien
In Ismaning sind (einschließlich der gemeindlichen Anlagen) 230 Solaranlagen mit ca. 3.000 m² Fläche zur Warmwassererwärmung und 110 Fotovoltaikanlagen mit ca. 3.000 kWp Leistung zur Stromproduktion installiert (Stand: Januar 2011).
Tiefengeothermie
Der Gemeinderat hat im März 2011 das Geothermieprojekt Ismaning beschlossen.
Biogasanlage
Im Juli 2010 hat der Gemeinderat die Errichtung einer Biogasanlage in Ismaning am Standort Goldachhof grundsätzlich befürwortet; in der Errichtung und dem Betrieb einer Biogasanlage wird ein weiterer wichtiger Schritt gesehen, dass Ismaning energieautark wird. Die Ergebnisse zur Wirtschaftlichkeit stehen noch aus.
- Biogasanlage am Goldachhof mit einer geplanten elektrischen Leistung von ca. 1,0 bis 1,5 MW
- ca. 400 bis 550 Hektar landwirtschaftliche Anbaufläche, entspricht einem Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche
- ökologische Strom- und Wärmeproduktion im Ortsbereich von ca. 1/10 des örtlichen Verbrauches.
Beteiligung Innkraft Bayern GmbH & Co.KG (Strom aus Wasserkraft)
17 Gesellschafter der Innkraft Bayern GmbH & Co. KG (darunter auch die Gemeinde Ismaning) haben einen Anteil von 3,4 % an den vom österreichischen Stromunternehmen VERBUND gehaltenen Innkraftwerken erworben.
Knapp 4.000 kW Wasserkraftleistung können ab 2013 für das Gemeindegebiet (ca. 1/3 des Stromabsatzes; Grundlast) bereitgestellt werden. Der Einsatz ist eine langfristige Investition, weil ökologischer Strombezug für die nächsten Jahrzehnte im namhaften Bereich gesichert wird.
Für die Gemeinde Ismaning bedeutet dies, dass zukünftig ca. 30 % des gesamten Ismaninger Stroms aus Wasserkraft bezogen werden kann. Allen Strombeziehern der Stromversorgung Ismaning GmbH (SVI) wird damit ohne Aufpreis ein erheblicher Anteil Ökostrom geliefert. Denn während Strom von anderen regenerativen Erzeugungsanlagen zum Teil erheblich subventioniert wird, behauptet sich der Strom aus Wasserkraft zu den üblichen Marktkonditionen.
Beteiligung Energieallianz Bayern (Strom aus Windkraft)
Die Gemeinde Ismaning ist Mitglied der Energieallianz Bayern, ein Verbund von 30 Bayerischen Stadt- und Gemeindewerken zur Schaffung regionaler, ökologischer Stromerzeugung.
Das erste Projekt konnte im Herbst 2010 realisiert werden (der Kauf eines neu errichteten Windparks in der Oberpfalz mit 11 MW-Leistung). Die Gemeindewerke haben einen Anteil von gut 500 kW gesichert. Eine weitere Windkraftbeteiligung erfolgte im Sommer 2011, so dass nunmehr rein theoretisch der Anteil des Stroms aus Windkraft 3 % des Stromabsatzes ausmacht. Dieser Strom wird, wie gesetzlich vorgeschrieben, zu einem festgelegten Preis ins Netz eingespeist; künftig ist der rechnerische Strombezug aus dieser ökologischen Stromerzeugung geplant.
Ausblick:
Auch zukünftig werden Wind-, Fotovoltaik- und Wasserkraftnutzung auf dem Gemeindegebiet (evtl. auch als Bürgerbeteiligungsmodell) geprüft.
Nachdem im Jahr 2009 eine neue Kleinwasserkraftanlage (30 kW – entsprechend Strom für 50 Haushalte) realisiert wurde, werden weitere Potentiale an den Bächen und der Isar geprüft.